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Cyberbedrohung in der Zivilluftfahrt

Was ist Cyberbedrohung?

Eine Cyberbedrohung beschreibt die Möglichkeit und Absicht von Akteuren, digitale Systeme, Daten oder Prozesse zu manipulieren, stören oder auszunutzen. Dabei werde vorhandene Schwachstellen und Verwundbarkeiten ausgenutzt. Für die Zivilluftfahrt sind Bedrohungsformen relevant, die auf digitale Systeme von Flugzeugen, Flughäfen oder der Flugsicherung abzielen.

Warum ist die Zivilluftfahrt ein attraktives Ziel?

Die Zivilluftfahrt verfügt aufgrund ihrer hochgradig vernetzten und komplexen Systeme – von der Bordelektronik moderner Flugzeuge über smarte Flughäfen bis hin zu Navigations‑ und Kommunikationsnetzen – über eine besonders grosse Angriffsfläche für Cyberangriffe. Cyberoperationen können erhebliche Auswirkungen haben, etwa die Störung des internationalen Reiseverkehrs, wirtschaftliche Schäden oder die Verunsicherung der Bevölkerung. Gleichzeitig trägt die Luftfahrt aufgrund ihrer Sichtbarkeit und Symbolkraft stets eine starke staatliche und gesellschaftliche Bedeutung. Zudem gilt sie für Täter als attraktives Ziel, weil das Entdeckungsrisiko im digitalen Raum vergleichsweise gering ist.

Welches sind aktuelle Cyberbedrohungen für die Zivilluftfahrt?

Ransomware und andere Angriffe auf IT‑Systeme bedrohen die technische Infrastruktur von Airlines, Flughäfen und Flugsicherungsdiensten und können zentrale Betriebsprozesse lahmlegen. Auch Navigations‑ und Flugsicherungssysteme sind vermehrt Ziel von GPS‑Jamming und ‑Spoofing, was die Positionsbestimmung von Flugzeugen beeinträchtigen und den Luftverkehr destabilisieren kann. Gleichzeitig setzen Hacktivisten und kriminelle Gruppen auf DDoS‑Attacken, um Flughäfen oder öffentliche Services zu überlasten und so sichtbare Störungen zu verursachen. Ergänzend gewinnen Spionage und Datenlecks an Bedeutung, da sensible Informationen zu Personal, Technik oder Abläufen für Angreifer wertvolle Einblicke und neue Angriffsmöglichkeiten eröffnen.

Fokus International - Akteurslandschaft der Cyberbedrohung

Diese Akteursgruppen agieren global, arbeiten zunehmend professionell und sind teilweise miteinander verflochten. Die Zivilluftfahrt bleibt aufgrund ihrer hohen Vernetzung, sicherheitsrelevanten Bedeutung und starken Symbolkraft eines der attraktivsten Ziele weltweit.

  1. Staatlich gesteuerte und staatlich unterstützte Cyberakteure

    • Umfassen insbesondere Akteure aus China, Nordkorea, Russland und Iran, die digitale Mittel für politische Einflussnahme, strategische Operationen und Störaktionen gegen kritische Infrastrukturen einsetzen.

    • Diese Gruppen verfügen über erhebliche Ressourcen, nutzen komplexe Angriffswerkzeuge und verfolgen langfristige geopolitische Ziele.

  2. Politisch motivierte Hacktivisten
    • Führen öffentlichkeitswirksame Aktionen durch, häufig als Reaktion auf internationale Konflikte – etwa die Manipulation von Lautsprecherdurchsagen an Flughäfen in den USA und Kanada im Zusammenhang mit dem Gaza‑Konflikt.

    • Ihr Ziel ist primär symbolischer Druck, Störung und die Erzeugung medialer Aufmerksamkeit.

  3. Finanziell motivierte Cyberkriminelle
    • Setzen auf Ransomware zur Verschlüsselung kritischer Systeme oder stehlen und verkaufen sensible Fluggastdaten über illegale Märkte.

    • Diese Gruppen verfügen über erhebliche Ressourcen, nutzen komplexe Angriffswerkzeuge und verfolgen langfristige geopolitische Ziele.

  4. Spionagegruppen und Nachrichtendienste

    • Beschaffen gezielt Informationen über IT‑Systeme, Abläufe, Personal oder Sicherheitsarchitekturen der Luftfahrt, um strategische Vorteile oder operative Zugänge zu schaffen.

    • Sie agieren oft verdeckt, langfristig und bilden die Basis für spätere Operationen oder politische Einflussnahmen.

 

 

Steht die Schweiz im Fokus der verschiedenen Akteure?

Auch die Schweiz steht im Fokus aller relevanten Cyberakteure: Staatlich oder staatlich unterstützte Akteure – insbesondere aus Russland und China – richten ihr Interesse gezielt auf Schweizer Behörden, internationale Organisationen und kritische Infrastrukturen, zu denen auch die Luftfahrt zählt. Politisch motivierte Hacktivisten erzeugen weltweit öffentlichkeitswirksame Störungen und könnten die Schweiz aufgrund der hohen Sichtbarkeit ihres Luftverkehrs ebenfalls ins Visier nehmen. Angriffe von finanziell motivierten Cyberkriminellen verursachen in der Schweiz nachweislich hohe Fallzahlen, darunter über 64’ 000 gemeldete Vorfälle im Jahr 2025 sowie 222 Angriffe auf kritische Infrastrukturen zwischen April und Dezember 2025 (Quelle: Jahresbericht BACS 2025). Zudem bleibt die Schweiz aufgrund ihrer internationalen Bedeutung ein Schwerpunkt für Spionagegruppen und Nachrichtendienste, die über Cybermittel Zugang zu sensiblen Informationen suchen. Dadurch ist die Schweiz – und damit auch ihre Luftfahrt – Teil einer vernetzten und vielschichtigen globalen Bedrohungslage.

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