Wer
Alter der Akteure
Geschlecht der Akteure
Im Berichtsjahr waren wie in den letzten Jahren nur in 1/5 der Ereignisse weibliche Akteure in die luftsicherheitsrelevanten Ereignisse involviert. Im Gegensatz dazu wurden Angriffe, Anschläge, Flugzeugentführungen und Cockpitzutritte ausschliesslich durch männliche Akteure versucht oder durchgeführt.
Tatmotiv
Finanziell motiviert: In 30 % der Fälle lag ein finanzielles Tatmotiv vor, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Besonders bei durch Insider begangenen Delikten – etwa Schmuggel, Korruption oder Diebstahl – spielten finanzielle Beweggründe eine zentrale Rolle.
Persönliche oder psychische Probleme, Einfluss Suchtmittel: Bei 29 % aller Personen waren psychische Erkrankungen, persönliche Krisen und/oder der Einfluss von Suchtmitteln ausschlaggebend für die Tatbegehung, was dem Vorjahreswert entspricht. Diese Personen handelten häufig affektiv, spontan, irrational und stark situativ geprägt.
Staatlich oder staatsnah: Staatliche Akteure oder Akteure, die im Auftrag eines Staates handeln, waren im Berichtsjahr mit 23% besonders aktiv. Dies zeigte sich vor allem in Raketen- und Drohnenangriffen auf Flughäfen sowie Cyberangriffen.
Politisch – sonstige: Bei 11 % der Akteure liess sich ein politisches Motiv erkennen, das jedoch keiner der übrigen Kategorien eindeutig zugeordnet werden konnte. Dazu zählen unter anderem Aktionen regierungskritischer Gruppierungen, Vertreter verschiedener Berufsgruppen oder indigener Gemeinschaften. Diese machten insbesondere durch Protestaktionen an Flughäfen auf ihre Anliegen aufmerksam.
Politisch – ethnonationalistisch: Im aktuellen Berichtsjahr wurden rund 40 % weniger Fälle mit ethnonationalistischem Motiv registriert als im Vorjahr. Hauptursächlich dafür war die geringere Anzahl von Angriffen der Huthi-Rebellen auf israelische Ziele im Vergleich zum vergangenen Jahr.
Politisch - religiöse Ideologie: Der Anteil der von religiös motivierten Akteuren verübten Taten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Dazu zählen insbesondere Angriffe dschihadistischer Gruppierungen auf Flughäfen in Mali, Syrien und Somalia.
Politisch – Klimaaktivisten: Im aktuellen Berichtsjahr ist der Anteil an Aktionen von Klimaaktivisten erstmals deutlich auf 1 % zurückgegangen. Zu erklären damit, dass sich Klimagruppierungen im vergangenen Jahr vermehrt anderen politischen Bewegungen, etwa Pro‑Palästina‑Gruppierungen, angeschlossen haben.
Politisch – links: In diesem Berichtsjahr waren sechs Ereignisse linksextremistisch motiviert. Die Zivilluftfahrt stellt für linksextreme Akteure damit kein primäres Anschlagsziel dar. Gleichwohl können Einrichtungen der Zivilluftfahrt im Zusammenhang mit Themen wie Ausschaffungsflügen, staatlichen Repressionen oder der Kurdenthematik Ziel von Aktionen werden, die den operativen Flugbetrieb beeinträchtigen.
Exkurs Insiderbedrohungen
Insiderbedrohungen stellen für die zivile Luftfahrt eines der grössten Sicherheitsrisiken dar. Sie entstehen durch Personen mit legitimem Zugriff – Mitarbeitende, Dienstleister oder Partnerunternehmen – und können sowohl durch vorsätzliche als auch fahrlässige Handlungen verursacht werden. Während Fehlverhalten durch Unachtsamkeit vergleichsweise leicht kontrollierbar ist, sind böswillige Insider und Drittparteien in hochkomplexen und vernetzten Luftfahrtorganisationen besonders gefährlich.
Insiderangriffe sind schwerer zu erkennen als externe Bedrohungen
Insider kennen Prozesse, Schwachstellen und Kontrollen. Angriffe sind oft eine Kombination aus technischem Verhalten (z. B. unautorisierte Datenzugriffe) und menschlichen und organisatorischen Faktoren wie Stress, Konflikte oder finanzielle Nöte von Insidern.
Prävention durch mehrdimensionales System
Erfolgreiches Insider-Risk-Management erfordert das Zusammenspiel von:
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Verhaltensanalyse
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technischem Monitoring
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organisatorischer Transparenz
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interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Security, IT, HR, Recht
Externe Partner als unterschätzter Risikofaktor
Lieferanten, Wartungsfirmen, IT-Dienstleister und Bodenabfertiger verfügen teilweise über tiefgreifende Zugriffsrechte. Unklare Prozesse und mangelnde Sicherheitsstandards können das Risiko erheblich erhöhen.
Sicherheitskultur entscheidend
Massnahmen scheitern oftmals nicht an der Technologie, sondern an fehlender Awareness und Führungseinbindung. Klare Meldewege und eine Kultur der Verantwortung sind wirksamer als jährliche Pflichtschulungen.
Frühwarnsignale erkennen und teilen
Erfolgsbeispiele aus Luftfahrt und Transport zeigen, dass frühzeitige Hinweise (z. B. unregelmässige Zugriffe, Verhaltensänderungen) schwere Vorfälle verhindern können. Voraussetzung ist ein funktionierendes Meldesystem ohne Angst vor Konsequenzen.

